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      Post published on 14/05/2021

      Interview mit Nicola Krieg: Verpackungsmaterialien, Becherformen und der Innovationsprozess für nachhaltige Materialien sustainable packaging materials

      Welche Materialien können für einen (Tiefzieh-) Becher allgemein verarbeitet werden?

      Die Vielfalt der verwendeten Materialkombinationen ist groß. Der Großteil der starren Verpackungen, also Becher, besteht aus PS, PP oder PET. Hinzu kommen oft noch Barriereschichten, welche einen höheren Produktschutz gegen Sauerstoff oder Wasserdampf ermöglichen. Durch die Kombination eines Hauptbestandteils und Barriereschicht/en kann ein Packstoff optimal auf das abzufüllende Produkt und die Maschine (Hygienestufe) angepasst werden.

      Momentan gibt es ein steigendes Interesse an biobasierten und biologisch abbaubaren Packstoffen wie PLA, PHA und Zellulose.  

       

      Kann jeder Packstoff auf den FFS-Maschinen von Hassia tiefgezogen und verarbeitet werden?

      Grundsätzlichen können wir alle marktüblichen Materialien verarbeiten. Jede Maschine ist auf den Packstoff und das abgefüllte Produkt ausgelegt und optimiert. Auch eine schwankende Packstoffqualität kann über zahlreiche variable Parameter kompensiert werden.

      Möchte ein Kunde ein anderes Verpackungsmaterial auf seiner Maschine verarbeiten als ursprünglich vorgesehen, ist es teilweise notwendig die Maschine auf den neuen Packstoff anzupassen.

      Durch unsere Ausstattung in der Anwendungstechnik, sind wir in der Lage Packstoffe vorab zum Beispiel auf Tiefziehfähigkeit zu untersuchen. Ebenso lassen sich dadurch grundsätzliche Verarbeitungsparameter definieren.         


      Sind die Becher, das Etikett und die Deckelfolie der Becher immer aus dem gleichen Material? Wenn nein, was für Kombinationen gibt es hier? Gibt es Kombinationen, die nicht für alle Produkte geeignet sind?

      Einige unserer Kunden stellen bereits die sogenannte Mono-Verpackung auf unseren Maschinen her, bei der alle Komponenten aus dem gleichen Material sind.

      Die Regel sind momentan noch Verpackungen, bei denen z.B. eine Siegelfolie mit Aluminiumanteil auf einen PS-Becher gesiegelt wird und ein Etikett auf Papierbasis. Diese Kombination hat einige Vorteile in der Verarbeitbarkeit, in den Packstoffkosten für den Abfüller, im Produktschutz und in der Anwendung für den Endkonsumenten. Um bei den genannten Vorteilen keine Abstriche zu machen, arbeiten wir kontinuierlich daran die Monoverpackungen auf allen Verpackungsformaten und Maschinentypen umzusetzen. Denn Mono-Verpackungen aus PP, PET oder PE gelten als recyclingfähig.


      Wie schnell ist der Innovationsprozess nachhaltiger Verpackungsmaterialien und wie schätzen Sie dessen Wichtigkeit ein?

      Die öffentliche und politische Wahrnehmung von Verpackungen treibt den Innovationsprozess stark voran. Durch den „Green Deal“ der EU ist ein konkreter zeitlicher Rahmen für die Umsetzung von nachhaltigen Verpackungen gesetzt. Die Ausgestaltung dieser gesetzlichen Vorgaben aus der EU ist insbesondere in Deutschland schon sehr weit fortgeschritten. Das hat zum Vorteil, dass unsere Kunden, Packstoffhersteller und wir als Maschinenbauer genau wissen, wo die Reise in den nächsten Jahren hingeht.


      Wie verhält sich die Zusammenarbeit mit Instituten oder Packstoffherstellern bei der Packstoffentwicklung?

      Institute, insbesondere aus dem universitären Umfeld, arbeiten an vielen innovativen Packstoff- und Maschinenkonzepten. Hierbei begleiten wir diese und bringen unsere Kenntnisse und die Marktanforderungen in deren Entwicklungsarbeit ein. Zu den Packstoffherstellern pflegen wir einen engen Austausch und führen regelmäßig gemeinsam Versuche durch. Durch die Zusammenarbeit schaffen wir gegenseitiges Verständnis für die packstoff- und maschinenseitigen Anforderungen und können so bei den Herausforderungen im Arbeitsalltag schnell notwendige Anpassungen vornehmen.

      Können die unterschiedlichen Folienmaterialien für alle Hygienestufen eingesetzt werden?

      Umso höher die Hygienestufe ist, desto höher muss auch die Barriereeigenschaft des Packstoffes sein. Ist zum Beispiel ein Produkt aseptisch abgefüllt, könnte aufgrund von einer niedrigen Sauerstoffbarriere des Packstoffes das Produkt schneller verderben.
      Je nach Keimabtötungsverfahren wirken thermische und/oder chemische Einflüsse auf den Packstoff ein, welche auch auf den Verarbeitungsprozess Einfluss haben.

      Es ist also ein Zusammenspiel von:

      • Packstoffart (Tiefziehfolie, Beutelfolie, Siegelfolie/-platine, Becher),
      • Packstoffeigenschaften
      • Hygienestufe
      • Verarbeitungstechnologie

      welche die Eignung eines Packstoffs zu einem Hygienelevel der Maschine definiert.   


      Welche Vor- und Nachteile haben besonders nachhaltige Materialien beim Verarbeitungsprozess?

      Nachhaltige Materialien sind in der Regel Monomaterialien. Unabhängig von der Packstoffart bedeutet das meist eine geringere Steifigkeit als bei Mehrschichtfolien. Weiter sind die Verarbeitungsfenster oft kleiner. Zusammenfassend kann man sagen, dass Monomaterialien einen höheren Anspruch an die verarbeitende Maschine stellen. Insbesondere die Packstoffzuführung, thermische Einflüsse beim Entkeimen und die Temperaturen beim Siegeln müssen im Produktionsprozess so stabil wie möglich gehalten werden.

       

      Gab es bereits Versuche zu Packstoffen oder Becherformen, die missglückt oder gar abgebrochen wurden? Wenn ja, aus welchem Grund?

      Wenn man auf einer Maschine den bestehenden Packstoff durch einen anderen substituieren möchte, kann es vorkommen, dass dies nicht auf Anhieb funktioniert. Neben den einstellbaren Maschinenparametern gibt es mechanische Gegebenheiten, welche nicht innerhalb eines Versuchs angepasst werden können. Somit gibt auch ein zunächst negatives Ergebnis Aufschluss über die notwendigen Anpassungen.

      Wie sehen Sie die Zukunft der Packstoffe und welche möglichen Chancen und Risiken können Sie abwägen?

      Verpackungen aus Kunststoff haben durch die Umweltverschmutzung einen negativen Ruf. Das ist jedoch auf die falsche Entsorgung zurückzuführen. Unsere Abfallwirtschaft/ Recycling muss sich stärker auf ein werkstoffliches Recycling ausrichten. Um das zu ermöglichen, sind Monoverpackungen notwendig, da diese ein werkstoffliches Recycling (=Kreislaufwirtschaft) ermöglichen. Weiter sind für Regionen ohne ordentliches Abfallentsorgungssystem biologisch abbaubare Kunststoffe sinnvoll. Durch die hohe Nachfrage an biologisch abbaubaren Kunststoffen erfahren diese in ihrer Entwicklung eine neue Dynamik.

      Die Entwicklung in allen Bereichen der Verpackung -Rohstoffquellen, Herstellung, Verarbeitung, Nutzung, Recycling- geht sehr schnell voran. Nachhaltige Lösungen werden zu einer höheren Akzeptanz in der Öffentlichkeit führen.

      Die Haltbarkeit und der Produktschutz von Lebensmitteln, welche die Verpackung ermöglicht, sind für unsere stetig wachsende Gesellschaft unabdingbar.        

      Nicola Krieg

      Application Engineer bei der Hassia Verpackungsmaschinen GmbH